(Rezension) Liebe wird aus Mut gemacht

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  • Dateigröße: 1174 KB
  • ASIN: B0725HYJF2
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe: 400 Seiten
  • ISBN-10: 3499271214
  • ISBN-13: 978-3499271212
  • Verlag: Rowohlt (19. Mai 2017)

 

Ein Roman über den Tod und das Leben – und über das Glück, lieben zu können
Nie wieder Sonnenblumen von Van Gogh an den Wänden. Nie wieder Hähnchen Estragon. Nie wieder Krankenhaus: Nina darf zurück ins Leben stolpern. Aber sie würde eher einem Hütchenspieler vertrauen als ihrem eigenen Körper. Also lieber die Handbremse anziehen: keine Pläne machen, keinen Spaß haben, nicht verlieben. Schon gar nicht in Erik. Doch zum Leben braucht es Mut – und erst recht für die Liebe.

Dies ist die Taschenbuchausgabe des Romans Auf Null.

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Wenn du Leukämie hattest und als „gesund“, aber noch nicht „geheilt“ aus dem Krankenhaus entlassen wirst, wie würdest du dein neues Leben angehen?

Nina hat Krebs. Als sie mit 20 plötzlich erfährt, warum ihr Körper so schmerzt, ist das ein Schock für die junge Frau. Die ersten Tage erlebt sie eher in Trance und da hilft auch das fast schon diktatorische Verhalten ihrer besten Freundin Bahar nicht. Doch nun, ein Jahr später, darf Nina nach Hause und eigentlich weiß sie überhaupt nicht, wie sie damit umgehen soll. Denn wer kann sich schon auf so einen verräterischen Körper verlassen, der einfach so wieder mal den Geist aufgeben könnte…

 

Tatsächlich nehme ich es ihm schwer übel, dass er mich kurz nach meinem zwanzigsten Geburtstag im Stich gelassen und diese Scheißkrankheit ausgebrütet hat. Ich weiß nicht, ob ich ihm das irgendwann verzeihen kann. Und wenn ich jetzt nicht allein wäre, gäbe es sicherlich jemanden, der auf dieses Stichwort hin beginnen würde, über die Einheit des Körpers, Geist und Seele zu schwadronieren. Von wegen Selbstheilungskräfte und so. Ich hatte viel Zeit, über dieses Thema nachzudenken, und theoretisch ist mir klar, welche gute Idee dahinter steckt. Aber praktisch ist das nicht so einfach, wenn dein Körper mutierte Blutzellen produziert, die dich töten werden. Wie soll man mit so einem Körper sympathisieren und kooperieren? Für mich klingt das schwer nach einem Aufruf zum Stockholm-Syndrom. (S. 17)

 

Ein Buch zwischen Leben und Tod, dem Drang nach Normalität und der blöden ständig begleiteten Unsicherheit, dass alles doch umsonst war.

Ich bin so was von beeindruckt! Natürlich hat Nina Angst, und ihre Angst äußert sich eher durch Vermeidung. Vermeidung von Spaß, sozialen Kontakten oder eben „sich in den Garten setzen und die Sonne genießen“. Nina muss lernen, dass Vorsicht schon ein wichtiger Faktor ist, da sie erst in 5 Jahren als geheilt gilt, dass sie sich davon aber nicht aufhalten lassen darf, ihre neue Chance zu nutzen. Und das kommt! Zwar in kleinen Schritten, mit unheimlich viel sarkastischem und auch schwarzem Humor – aber wirklich: Ich habe Nina’s Sprüche so gefeiert vor Lachen und ich bewundere sie sehr!
Die Ernsthaftigkeit der Thematik, zwar eben aufgelockert durch diesen besonderen Humor der Autorin, war brutal, ehrlich und ohne Filter – und genau deswegen so ergreifend. Ich habe zum Schluss richtig viele Tränen vergossen, weil eben nicht jeder Patient auch für immer gesund bleibt.

Die Emotionen waren groß, ob Traurigkeit oder der Beginn einer zarten Liebe, ob unvergleichlicher Witz oder sogar die Berührung mit den Sorgen der Angehörigen – es ist ein stetiges Auf und Ab der Gefühle.

Die Schreibweise ist leicht und super flüssig. Ich konnte die Geschichte sehr schnell durch lesen und war total gefesselt. Das Buch wird aus der Sicht von Nina erzählt. Immer abwechselnd ein Kapitel aus der Zeit nach dem Krankenhaus und dann ein Kapitel als sie von der Diagnose erfahren hat, und wie das Jahr des Überlebenskampfs eben weiterhin verlief.

Es gibt so viele gute Gedanken, so viele Weisheiten und Erkenntnisse, die man aus „Liebe wird aus Mut gemacht“ von Catharina Junk mit nehmen kann und ich muss wirklich gestehen: Ich ziehe meinen imaginären Hut vor so viel Fingerspitzengefühl eine Geschichte über Krebs mit vielen Möglichkeiten zum Lachen und trotzdem so intensiver, ergreifender Ernsthaftigkeit zu schreiben. Es war unglaublich!

Vielen Dank an den Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar!

Ich gebe 5 von 5 Sternen!

🌟🌟🌟🌟🌟

 

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Catharina Junk

Catharina Junk, 1973 in Bremen geboren, studierte Deutsche Sprache und Literatur, Psychologie und Volkskunde an der Universität Hamburg. Mehrere Jahre arbeitete sie als Redakteurin für Fernsehserien und Reihen beim NDR. Seit 2008 ist sie selbständige Drehbuchautorin für Film und Fernsehen. Dies ist ihr erster Roman. 2014 erhielt Catharina Junk den Hamburger Förderpreis für Literatur. Die Autorin lebt mit ihrer Familie in Hamburg.

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